Exklusiv Interview mit General Manager Michael Fuchs

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Es ist gelungen den General Manager des UBSC Raiffeisen Graz, Herrn Michael Fuchs zu einem Gespräch nach der Saison zu gewinnen. Hier das kurze Interview das kurz nach dem letzten Spiel gegen die Swans zustande gekommen ist. Das Interview führte Peter Hribernig.

Die Saison ist für den UBSC vorbei. Nach dem tollen Beginn kam der Rückfall. Wie erklärst du dir den relativ starken Einbruch nach Jahreswechsel?

Michael Fuchs: Wir hatten bis Weihnachten eine Vielzahl an sehr guten und spannenden Spielen, die die Unionhalle auch gut füllen ließen. Ausdruck dessen, waren bis dahin auch 4 Spiele auf Sky. Dass wir zumeist im Frühjahr zurückfallen ist leider nicht das erste Mal. Es hängt sicher  etwas damit zusammen, dass der Kader hinsichtlich Quantität/ Qualität  zu klein ist. Hierfür wäre wahrscheinlich eine reine Profitruppe notwendig. Dies ist derzeit für den UBSC außer Reichweite.

 

Wenn man vom ursprünglichen Reglement ausgeht hätte der UBSC das vorgegebene Ziel einen Play Off Platz zu erreichen geschafft. Was denkst du nachträglich  über die für viele nicht nachvollziehbare Änderung des Meisterschaft Modus?

Michael Fuchs: Ich denke nach wie vor, dass die Vorgangsweise nicht  ok war.... ich sehe diese Thematik nach wie vor kritisch. Dass die Anzahl interessanter Spiele dadurch gestiegen sein soll, kann ich leider auch nicht erkennen.  Wir haben uns letztendlich nach dem Verpassen der Play-Offs ab Februar  danach ausgerichtet und den einheimischen Spielern viel Spielzeit gegeben, um eben auch entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen. Künftig würden wir uns einen Versuch mit permanent 2 Österreichern am Court wünschen.

 

Was sagst du zum Cup Modus? Ist so eigentlich nicht tragbar? (Pick up der besten vier der Meisterschaft)

Michael Fuchs: Wir finden den Modus ganz einfach formuliert und gelinde gesagt...nicht gut.  Der Cupcharakter ist damit komplett verloren gegangen. Beim derzeitigen Modus würde ich vorschlagen, dass man sich die Vorrunden erspart und die ersten 4 gleich fürs Final 4 qualifiziert sind, denn als Außenseiter hat man kaum eine Chance erfolgreich zu sein. Dies würde auch den Kalender entlasten.

 

Was sagst du, auch wenn es gefährlich ist seine Meinung kundzutun, über die Schiri Leistungen dieses Jahr?

Michael Fuchs:  .... in der Tat ....ich möchte zu diesem Zeitpunkt mein Urlaubsbudget nicht noch weiter dadurch beeinträchtigen. Der Blick auf die Tabelle hat uns bis zur Weihnachtszeit nicht sehr gefreut.... denn da hat uns einiges gefehlt, wofür die gegnerische Mannschaft selten etwas dafür konnte.  Wir konnten uns – selbstkritisch betrachtet – den Respekt nach all diesen Jahren leider  noch immer nicht erarbeiten. Dadurch blieb für das Team und den Vorstand einiges unbelohnt.

 

Was kannst du uns über den Rücktritt von Coach Lluis Pino Vera sagen und wie hat sich der Neo Coach Markus Galle deiner Ansicht nach geschlagen?

Michael Fuchs: Wir waren mit der Arbeit von Lluis Pino sehr zufrieden. Er war sehr leistungsorientiert – das hat sich letztendlich mit der Performance und dem teilweisen Auftritt des Teams im Frühjahr nicht vertragen  Wir sind dankbar, dass Markus Galle` eingesprungen ist und sehr engagiert gearbeitet hat. Es gab ja einen wichtigen Sieg gegen die Dukes und auch das finale Spiel gegen die Swans war beeindruckend. Wir sehen, dass er der Mannschaft neue  Impulse liefern konnte - daher sehen wir seine Tätigkeit natürlich positiv. 

 

Es wird hervorragende Arbeit im Jugendbereich gemacht. Wie siehst du die Wahrscheinlichkeit mit diesen Spielern in Zukunft eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen um in der neuen Halle die Fans zu faszinieren?

Michael Fuchs: Wir sind stolz auf unseren Nachwuchs, der in den letzten Jahren auch bundesweit stark aufgetreten ist. Wir wollen nächste Saison  - wie auch schon in dieser - auf jeden Fall jungen, talentierten Spielern Kaderplätze zur Verfügung stellen. Es ist natürlich ein Ziel mittelfristig einen starken Kern an Eigenbauspielern für die Bundesliga  zu formen.  Dafür braucht es die Geduld des Vereins, der Spieler - eben aber auch der Sponsoren und Medien. 

 

Gibt es schon Pläne fürs nächste Jahr bzw. wie sieht es mit der Lizenz für das nächste Jahr aus?

Michael Fuchs: Der Prozess der Lizenzierung läuft aktuell noch. Wir haben noch Nachbesserungen – wie beispielsweise beim Budget – durchzuführen. Der Vorstand ist seit geraumer Zeit, sehr aktiv,  eine künftig positive Basis zu schaffen – dennoch es fehlt noch einiges. Daher ist aktuell die budgetäre Situation als schwierig anzusehen.  

Hinsichtlich der Vereinsfinanzierung ist es einfach so, dass die Bundesliga den Nachwuchs benötigt ..... aber auch, dass der Nachwuchs sehr stark die Bundesliga benötigt. Denn ohne Bundesliga gibt es keine Chance die sehr gut gewachsenen Strukturen im Nachwuchs finanziell aufrecht zu erhalten. 

Abschließend möchte ich mich in Vertretung für den Vorstand bei allen Sponsoren, bei allen Mitwirkenden -  aber auch bei unserem treuen Publikum, das auch zum letzten Saisonspiel zahlreich erschien,  herzlich bedanken.

Danke Michi für das Gespräch